Einen Hamster zähmen
Wann und wie fange ich an?
Wie bei jeder anderen Frage auch, gehen hier die Meinungen wieder auseinander.
Manche Leute meinen, man solle den Hamster mindestens eine Woche ganz in Ruhe lassen, aber ich bin etwas anderer Meinung und
lag damit bei meinen Tieren immer richtig.
Darwin war nach der ersten Woche schon handzahm und Momo ebenfalls. Bei Berlioz weiß ich es noch nicht genau, aber ihr findet hier einen Bericht über seine Zähmung.
Wichtig ist vor allem, dass man sich und dem Hamster Zeit gibt. Auch wenn ich nicht dafür bin den Hamster eine ganze Woche mehr oder weniger zu ignorieren, sollte man nicht zu früh zu viel von dem Tierchen verlangen. Jeder Hamster und auch jeder Mensch hat da seinen eigenen Rhythmus, auf den man möglichst einfühlsam reagieren sollte.
Der erste Schritt - leise ansprechen
Hamster haben ein empfindliches Gehör, deshalb sollte man sie nicht allzu lauten Geräuschen aussetzen.
Zimmerlautstärke heißt da das Zauberwort, aber gerade in der ersten Zeit der Eingewöhnung und Zähmung darf
es mit der Stimme auch etwas leiser sein.
Der Hamster hört auch sehr gut, wenn man leise mit ihm spricht und reagiert nicht ganz so ängstlich. Mit jedem Wort,
dass man ihm sagt, kommt man ihm ein Stückchen näher. Nach und nach gewöhnt sich der Hamster an die Stimme und fasst
Vertrauen. Beginnen kann man damit auch schon direkt auf dem Weg von Tierheim/ Züchter/ Zooladen etc.
nach Hause.

Geruch des Vertrauens
Das klingt vielleicht etwas blöd, aber Hamster sind nunmal Nasentiere. Sie erkunden ihre Umgebung mit dem Geruchssinn, also sollten wir uns das zu Nutze machen.Unbedrucktes und unparfümiertes Toilettenpapier oder auch Taschentücher benutzen die kleinen Fellknäule sehr gerne, um damit ihr Nest auszupolstern. Wenn dieses Nistmaterial schon nach uns Körnergebern riecht, gewöhnen sie sich "im Schlaf" an den Geruch und verbinden ihn mit Wärme und Geborgenheit.
So ist es ratsam das Toilettenpapier einige Zeit nahe am Körper zu tragen und dann erst in den Käfig zu legen. Wir wollen den Hamster nicht mit Gestank belästigen, und so sollten wir nicht unseren Schweiß abwischen und denken, dass es so schneller geht, weil mehr Geruch am Toilettenpapier klebt. Im Gegenteil - ein solches Verhalten könnte den Hamster abschrecken. Einfach z.B. in der Hosentasche rumtragen und es funktioniert auch.
Der Weg zum Hamster führt über seinen Magen
Die meisten Hamster sind reinste Schleckermäulchen. Sie lieben vor allem Nüsse oder getrocknetes Obst und
andere Leckerchen (bitte nur welche ohne Zucker oder Honig verwenden). Deshalb führt der Weg in ihr Herz
meist über ihren Magen. Wenn der Hamster neugierig auf die Hand zuläuft, kann man beginnen durchs Gitter (oder auch ohne Gitter dazwischen) Leckerlis zu reichen. Am besten ganz am Ende festhalten. Meist kommt der Hamster dann ganz von alleine und schnappt sich seinen Schatz.
Rennt er nicht sofort nach Erhalt seiner Beute weg, sondern bleibt in der Nähe der Hand sitzen, kann man versuchen das Leckerchen flach auf die Hand zu legen. Der Hamster muss jetzt auf die Hand klettern, um das Leckerchen zu ergattern.
Zauberwort Geduld
Jetzt hat man schon eine Mege erreicht. Der Hamster ist zumindest Futterzahm und hat keine Angst mehr vor dem
Menschen. Manchmal glaubt man, der Arm mit dem dargebotenen Futter macht schlapp, bevor der Hamster sich
heranwagt, aber es lohnt sich!
Mit Geduld, täglicher Übung und vielleicht auch etwas Glück, wird der Hamster auf der Hand sitzen bleiben und
sich sogar streicheln lassen. Wahrscheinlich kommt er auch ohne Futter freiwillig auf die Hand. Ist das der
Fall, so kann man zu recht behaupten, dass der Hamster zahm ist.
Wichtig
Bei der Zähmung eines Hamsters (und sicher auch bei anderen Tieren), sollte man sich zurückhalten und nicht zu
schnell zu viel vom Tier verlangen. Um ein richtiges Vertrauensverhältnis aufzubauen braucht es einfach seine Zeit.
Auch sollte man nicht davon ausgehen, dass die Zähmung geradlinig verläuft. Hin und wieder gibt es einfach
kleine Rückschritte, die man auch akzeptieren sollte. Es ist nicht einfach immer genau zu erkennen wie weit man
mit einem neuen Hamster gehen kann, aber wenn man seine Fellnase genau beobachtet und die Körpersprache
richtig deutet, fällt es einem zumeist leichter.