Berlioz
Klein aber fein
Nach Darwins Tod konnte ich den leeren Käfig nicht lange aushalten. Obwohl Momo ihrer gewohnten Randale nachging, hatte ich immer das Gefühl, dass es hier zu leise war. Es stand ganz klar fest, dass hier ein neuer Zwerg einziehen sollte, um Darwins Erbe anzutreten.
Am Montag, den 14.05.2007, wollte ich eigentlich nur mal so gucken, was denn grade für Zwerghamster bei uns
in den Zooläden sitzen. Eigentlich wollte ich ein Tier aus dem Tierheim, aber dort hatten sie keine Zwerge.
Ich hatte mir überlegt nach weiblichen Dsungaren zu suchen, damit ich nicht Gefahr liefe, den neuen Hamster
sofort nur mit Darwin zu vergleichen.
In den ersten beiden Zooläden konnte mich aber keiner der Hamster von sich überzeugen. Die einen waren zickig und
fauchten rum, sobald sich der Verkäufer näherte und die anderen saßen in einer Zoohandlung mit wenig kompetentem Personal.
So etwas wollte ich keinesfalls unterstützen.
In den 3. Zooladen wollte ich eigentlich garnicht mehr gehen, weil sie eine Woche vorher keine Hamster hatten.
Trotzdem bin ich hingefahren, weil ich irgendwie da Gefühl hatte, dass ich es tun musste.Es hat sich gelohnt! Dort, in einem ruhigen Käfig, saß ein kleiner Dsungare, der mich freundlich anschaute. Neugierig kam er näher ans Fenster, um zu gucken, wer ich war. Das süße Gesicht hat mich sofort verzaubert.
Ich fragte die Verkäuferin aus und sie erzählte mir, dass der kleine Hamster gerade erst zu ihnen gekommen war. Bei einem privaten Züchter war der Ende Januar 2007 geborene Hamster einfach übrig geblieben und so sollte er jetzt im Zooladen verkauft werden. Natürlich wollte ich das Geschlecht wissen und wir musten nachschaun.
Ein richtiges Charaktertier lässt sich aber nicht so einfach unter den Popo gucken. Berlioz versteckte sich in seinem
Holzhaus und wollte nie wieder herauskommen. Zumindest hatten wir den Eindruck, denn auch vorsichtiges Ankippen
der Hütte brachte keinen Erfolg. Der kleine Dickkopf krallte sich einfach fest.
Der 90°-Neigung konnte er dann jedoch nicht lange stand halten und ich erfuhr, dass das Prachttier mit der
außergewöhnlich dunklen Färbung ein Männchen war.
Auch wenn ich keinen Kerl wollte, war es um mich geschehen. Nur konnte ich eine solche Entscheidung nicht alleine treffen
und mein Freund musste überzeugt werden. Ich holte ihn von der Arbeit ab und hatte natürlich schon eine fertig gepackte
Transportbox im Auto stehen. Das blieb nicht unbemerkt und bevor wir nach Hause fuhren, wollten wir "nur mal gucken".Nur mal gucken hieß dann in den Laden reingehen, direkt den Hamster anvisieren und verzaubert sein. Ich hastete schnell zum Auto und holte die Transportbox und wir hatten einen neuen Mitbewohner.
Mittlerweile hat sich Belioz ganz gut eingelebt und ist schon recht zahm geworden. Einen Bericht darüber, wie das mit seiner Zähmung klappt, findet ihr unter "Berlioz wird handzahm".